Ein Inserat, das nicht gefunden wird, ist kein Inserat. Es ist ein Zettel in einer Schublade. Die folgenden sieben Fehler sehen wir immer wieder, und jeder einzelne lässt sich in wenigen Minuten beheben.
1. Der Titel besteht nur aus Hersteller und Modell
„Caterpillar 320" ist korrekt und trotzdem schlecht. Wer sucht, tippt selten nur die Typenbezeichnung ein. Er sucht nach „20 Tonnen Kettenbagger", nach „Bagger mit Schnellwechsler" oder nach „CAT 320 Baujahr 2019".
Ein guter Titel enthält Hersteller, Modell, Baujahr und ein Merkmal, das die Maschine von anderen unterscheidet. Beispiel: Caterpillar 320 Kettenbagger, 2019, 6.200 Bh, Schnellwechsler und Zentralschmierung. Das ist kein Werbetext, sondern eine Zusammenfassung, und genau danach wird gesucht.
2. Betriebsstunden fehlen
Bei einer gebrauchten Baumaschine ist die Betriebsstundenzahl die wichtigste einzelne Angabe. Sie sagt mehr über den Zustand aus als das Baujahr: Ein Bagger von 2018 mit 3.000 Stunden ist eine andere Maschine als einer von 2018 mit 12.000 Stunden.
Fehlt die Angabe, unterstellen Interessenten den ungünstigen Fall, oder sie fragen nach, was dich Zeit kostet. Steht sie drin, filtert sie unpassende Anfragen von selbst heraus.
3. Die Beschreibung ist drei Zeilen lang
Kurze Beschreibungen wirken, als gäbe es etwas zu verbergen. Sie sind außerdem für Suchmaschinen fast wertlos: Wo kein Text steht, kann nichts gefunden werden.
Nenne stattdessen konkret, was da ist und was nicht:
- Wartungshistorie und wann zuletzt was gemacht wurde
- Anbaugeräte, die mitgehen, Löffelsätze, Schnellwechsler, Hammerleitung
- Besonderheiten der Ausstattung: Klimaanlage, Rückfahrkamera, Zentralschmierung
- Vorheriger Einsatzbereich, Tiefbau, Recycling, Abbruch belasten eine Maschine unterschiedlich
4. Schäden werden verschwiegen
Der häufigste Reflex, und der teuerste. Ein Riss in der Kabinenscheibe oder ein verschlissenes Laufwerk fällt bei der Besichtigung ohnehin auf. Wer ihn dann zum ersten Mal sieht, misstraut auch allem anderen, was im Inserat stand.
Wer den Schaden von sich aus nennt, verliert vielleicht ein paar Interessenten, gewinnt aber Glaubwürdigkeit bei denen, die kommen. Und er verhandelt aus einer besseren Position, weil der Preis den Mangel bereits berücksichtigt.
5. Die Fotos sind zu wenige und zu schlecht
Drei Fotos vom selben Winkel im Gegenlicht reichen nicht. Ein Käufer, der zweihunderttausend Euro ausgibt, will die Maschine vorher gesehen haben.
Was auf jeden Fall drauf gehört:
- Gesamtansicht von vier Seiten
- Laufwerk und Ketten aus der Nähe
- Kabineninneres samt Betriebsstundenzähler
- Motorraum
- Jeder genannte Schaden, damit die Beschreibung überprüfbar wird
Fotografiere bei bedecktem Himmel oder im Schatten. Direkte Sonne erzeugt harte Schatten, in denen genau das verschwindet, was man sehen will.
6. Der Preis wird geschätzt statt hergeleitet
„Ich stell mal 95.000 rein, dann kann ich runtergehen." Das ist verbreitet und funktioniert schlecht. Ein deutlich überhöhter Preis sorgt dafür, dass das Inserat in Preisfiltern gar nicht erst auftaucht, die Verhandlung findet nie statt, weil niemand anruft.
Leite den Preis stattdessen her: aus vergleichbaren Angeboten, aus Baujahr und Betriebsstunden, aus dem Zustand. Wenn du dann zehn Prozent Verhandlungsspielraum aufschlägst, ist das nachvollziehbar.
7. Nur auf Deutsch inseriert
Ein erheblicher Teil des Gebrauchtmaschinenmarkts geht über die Grenze, nach Osteuropa, in die Beneluxstaaten, nach Skandinavien. Wer nur deutsch inseriert, ist für diese Käufer unsichtbar.
Eine englische Fassung kostet heute keine Übersetzungsagentur mehr. Sie kann den Interessentenkreis erweitern, gerade bei Maschinen, die im Inland schwer verkäuflich sind. Eine Garantie dafür gibt es nicht, aber ohne sie fällt diese Möglichkeit von vornherein weg.
Kurzfassung
Ein gutes Inserat beantwortet die Fragen, die ein Interessent ohnehin stellen würde, bevor er sie stellt. Es nennt Betriebsstunden, zeigt das Laufwerk, benennt Mängel und begründet den Preis. Das kostet einmalig etwas Sorgfalt und erspart danach viele Telefonate, die mit „Ja, wie viele Stunden hat die denn?" beginnen.
